Outdoor Smartphone „Militärstandard“: Wann du dein normales Handy zuhause lassen solltest!

Das Mobiltelefon ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Auch beim Sport oder in der Freizeit, wollen Menschen die Vorzüge der ungebundenen Kommunikation und des grenzenlosen Internetzugangs nicht missen.

Das teure Hightech Smartphone will man jedoch ungern mit zum Mountainbiken nehmen, was also tun? Für diese Fälle sollte man ein Outdoor Smartphone „Militärstandard“ mitnehmen. Was die robusten Geräte alles leisten, steht in diesem Ratgeber.

Was kann ein Outdoor Smartphone „Militärstandard“

Bei einer Raftingtour ins Wasser fallen, ein Sturz auf harten Fels überstehen oder verlässliche Infos in der Wildnis liefern, all das kann ein Outdoor Smartphone „Militärstandard“. Die Hersteller dieser Spezialhandys setzen in dieser Geräteklasse immer noch eins oben drauf, wenn es um Schutzfunktionen geht.

Beispiel Wasserdichtigkeit

Ein Wasserschaden ist mit einer der häufigsten Unfälle, die ein Handy zerstören. Daher sind Top-Smartphones im obersten Preissegment von Haus aus oft mit der Schutzklasse IP68 ausgestattet. Das bedeutet, Staub und Wasser können diesen Geräten wenig anhaben.

Noch weiter geht der Militärstandard. Hier werden Geräte unter Extrembedingungen geprüft. Große Luftdruckschwankungen, Extremtemperaturen, Vibrationen, wasserdicht in großen Tiefen und über lange Zeiträume und vieles mehr stellen hier Kriterien dar, auf die ein Test ausgelegt ist.

Allerdings müssen die getesteten Smartphones den Militärstandard nicht in allen Punkten nachweisen, um ein Zertifikat zu bekommen. Eine Kategorie reicht bereits. Als Kunde sollte man daher sehr genau hinschauen, was das Smartphone „Militärstandard wirklich leistet und einen Test dazu lesen.

Große Gefahren im Freien drohen dem Gerät durch Sturz, Wasser, Staub und Temperatur. Hier sollte unbedingt ein ausreichender Schutz vonseiten der Hersteller verbaut sein.  ( Foto: Shutterstock-D2M Photo )

Große Gefahren im Freien drohen dem Gerät durch Sturz, Wasser, Staub und Temperatur. Hier sollte unbedingt ein ausreichender Schutz vonseiten der Hersteller verbaut sein. ( Foto: Shutterstock-D2M Photo )

Outdoor Smartphone „Militärstandard“: Diese Eigenschaften sind wichtig

Große Gefahren im Freien drohen dem Gerät durch Sturz, Wasser, Staub und Temperatur. Hier sollte unbedingt ein ausreichender Schutz vonseiten der Hersteller verbaut sein. Das Display und das Gehäuse müssen extrem widerstandsfähig sein. Moderne Hightech Materialien halten viel aus. Allerdings zeigt sich im Test, dass nicht jedes Display-Glas gleich gut ist, und so manches Gehäuse in der Praxis Nachteile mit sich bringt.

Das Frontglas beim Display muss viel aushalten

Beim Frontglas kann man wenig falsch machen, wenn man auf Gorilla-Glas der US-Firma Corning setzt oder den asiatischen Konkurrenten Dragontrail Glass aus dem Hause Asahi wählt. Beide liefern sich seit Jahren ein Kopf an Kopf Rennen, um die Spitze der Hightech- Frontgläser. Ein Outdoor-Handy mit so einem Display überlebt viele Stürze auch auf harten Untergrund und auch große Höhe bis zu 2 Metern sind oftmals kein Problem. Allerdings weisen beide Produkte gegenüber Sapphire-Glas eine geringere Kratzbeständigkeit auf.

Sapphire Glas ist wesentlich teurer als Gorilla Glas und Dragontrail Glas und extrem gut gegen Kratzer aufgestellt, zeigt im Test allerdings Schwächen beim Thema Glasbruch. Aus großer Höhe darf es deshalb nicht fallen.

Jetzt kann sich jeder selbst überlegen, was ihm bei einem Outdoor-Handy wichtiger ist: Soll es eher einen Sturz und Schlag überstehen oder gegen Kratzer geschützt sein?

Folgende Überlegungen helfen bei der Entscheidung:

  • Wer sein Outdoor-Smartphone mit Militärstandard im Wasser und am Strand nutzen möchte, gerne Surfen geht oder es im Urlaub am Meer nutzen möchte, der ist wahrscheinlich mit der kratzfesten Variante und Sapphire Glas gut bedient.
  • Beim Bergsteigen, Raften, Canyoning oder im Wald greift man auf die Stoß- und schlagresistenten Modelle mit Gorilla Glas oder Dragontrail Glas zurück.

Nicht empfehlenswert ist ein Display mit tempered Glas oder einfachem gehärtetem Glas. Diese Outdoor-Handys versagen schnell im Test und sind weder gut gegen Kratz noch Bruch geschützt.

Ein Wasserschaden ist mit einer der häufigsten Unfälle, die ein Handy zerstören. ( Foto: Shutterstock- tuaindeed )

Ein Wasserschaden ist mit einer der häufigsten Unfälle, die ein Handy zerstören. ( Foto: Shutterstock- tuaindeed )

Gummi, Metall oder Kunststoff: So wird das Innenleben geschützt

Die Außenhülle hat bei einem Outdoor-Smartphone gleich mehrere Funktionen.

  1. Im Vordergrund steht natürlich der Schutz der empfindlichen Elektronik, wie Speicher, CPU Grafikchip und der Kamera. Hier punkten vor allem Hüllen aus dickem Kunststoff oder Gummi, die Schläge und Stöße abfangen.
  2. Bei manchen Outdoor-Handys werden Materialkombinationen aus Metall und Gummi oder Kunststoff verbaut. Das ist sinnvoll, denn die solide Metallbasis kann, im Gegensatz zu Kunststoff, nicht brechen.
  3. Nahezu alle Outdoor-Smartphones „Militärstandard“ sind griffsicher. Sie verfügen über große Reliefs an der Rückseite und an den Seiten, die das Gerät geschützt vor einem Entgleiten in der Hand liegen lassen.
  4. Sind Öffnungen vorhanden, zum Beispiel für die Ladebuchse oder beim Einschub der Sim-Karten oder der SD-Karten als zusätzlicher externer Speicher, dann sind diese oft mit einer Gummikappe oder Silikonkappe geschützt. So kann weder Wasser noch Staub in die Öffnungen eindringen.
  5. Nützlich im Praxis-Test hat sich eine Befestigungsmöglichkeit, zum Beispiel für einen Karabinerhaken, erwiesen. So kann das Outdoor-Handy außen am Rucksack oder am Gürtel befestigt werden und ist jederzeit griffbereit.

Die IP-Schutzklassen im Überblick

Die IP-Schutzklasse gibt, anders als der Militärstandard sehr genau vor, was ein Gerät können muss, um eine entsprechende Zertifizierung zu erhalten. Dabei sind beide Kennziffern hinter dem IP aussagekräftig. Je höher der Wert der Ziffer, desto besser der Schutz.

Die erste Ziffer gibt an, wie gut ein Gerät gegen das Eindringen von Fremdkörpern geschützt ist. IP5x bedeutet das Outdoor-Handy ist staubgeschützt, IP6x sagt aus, es ist staubdicht. Die Empfehlung geht ganz klar zu einem Gehäuse, das IP6x aufweist.

Die zweite Kennziffer beurteilt das Outdoor-Handy in Hinblick auf das Eindringen von Wasser. Hier stellt für ein Outdoor-Smartphone „Militärstandard“ die unterste Skala IPx7 dar. Erst ab dieser Stufe ist das Gerät so wasserdicht, dass es auch kurzes Untertauchen übersteht. 30 Minuten bis zu einem Meter Wassertiefe halten IPx7 Geräte aus und damit auch einen größeren Regenguss oder eine kurze Fahrt mit dem Kanu.

IPx8 zertifiziert das Mobiltelefon für den Schnorchelausflug. Es ist dauerhaft gegen Untertauchen geschützt. Doch Vorsicht: Die Schutzklasse sagt nichts über die Wassertiefe aus, diese kann durchaus schwanken. Hier muss man die Angaben der Hersteller lesen.

Die Königsklasse stellt IPx9 dar. Das Telefon ist hier gegen Wasser bei Hochdruck- oder Dampfstrahlreinigung geschützt. Mindestens IP67 müssen Outdoor-Handys aufweisen, um einen langen starken Regenguss zu überleben und auch einmal ins Wasser fallen zu dürfen. Wer ein Outdoor Smartphone „Militärstandard“ wählt, das gleichzeitig die Schutzklasse IP69 aufweist, der hat alles richtig gemacht.

Funktionalität vor Leistung: viele Zusatzfeatures

Klar ist: Ein Outdoor-Handy ist nicht darauf ausgelegt möglichst schnell im Internet zu surfen, besonders gut die Grafik bei Spielen und Videos darzustellen oder eine exzellente Klangqualität für 1a Musikgenuss zu bieten.

Ein Outdoor-Handy ist nicht darauf ausgelegt möglichst schnell im Internet zu surfen, besonders gut die Grafik bei Spielen und Videos darzustellen oder eine exzellente Klangqualität für 1a Musikgenuss zu bieten. ( Foto: Shutterstock-Nach-Noth)

Ein Outdoor-Handy ist nicht darauf ausgelegt möglichst schnell im Internet zu surfen, besonders gut die Grafik bei Spielen und Videos darzustellen oder eine exzellente Klangqualität für 1a Musikgenuss zu bieten. ( Foto: Shutterstock-Nach-Noth)

Die Prioritäten liegen ganz woanders:

  • Lange Akkulaufzeiten

    Und damit sind wirklich lange Laufzeiten gemeint. Der Hersteller OUTIKEL gibt beispielsweise für sein Outdoor-Smartphone Oukitel WP2* eine Standbylaufzeit von 28 Tagen bei 4G und bis zu 77 Tagen bei 2G an. Das ist beachtlich und damit lässt sich auch eine große Wandertour bestreiten ohne sein Smartphone nachzuladen.

  • Zusätzliche Sensoren für die harten Umweltbedingungen

    GPS haben mittlerweile alle Handys an Bord und auch ein Gyrosensor, der Bewegungen messen kann, ist nichts Aufsehenerregendes mehr. Ein eingebautes Barometer oder ein Höhenmesser sind dagegen meistens den Outdoor-Handys vorbehalten. Das Caterpillar S61 kann sogar die Lufttemperatur messen und vor Luftverschmutzung warnen. Damit avanciert es zum perfekten Baustellenhandy.

  • Körpersensoren

    Outdoor-Smartphones „Militärstandard“ bieten oft die Möglichkeit, Vitalfunktionen der Nutzer zu überwachen. Das Blackview BV9700 Pro punktet neben einem VOC-Sensor zur Bestimmung der Luftqualität, und einem Barometer mit einem Blutsauerstoffmesser. Mit so einem Handy kann man sich auch guten Gewissens in höhere Gebirgslagen vorwagen und bleibt gesundheitlich auf der sicheren Seite.

Nahezu alle Outdoor-Smartphones „Militärstandard“ sind griffsicher. ( Foto: Shutterstock- AVitko )

Nahezu alle Outdoor-Smartphones „Militärstandard“ sind griffsicher. ( Foto: Shutterstock- AVitko )

Technisch eher im Mittelfeld

Es war abzusehen, irgendwo müssen Nutzer Abstriche machen. Bei den Outdoor-Smartphones „Militärstandard“ ist es oft die Technik, die im Test nicht auf High-End Niveau ausfällt. Das hat aber einen guten Grund. Wer die Gewichtung eher auf eine sehr lange Akkulaufzeit legt, der muss logischerweise Strom sparen.

Schnelle CPUs, starke Grafikchips und in erster Linie ein helles Display saugen den Akku in kurzer Zeit leer. Daher greifen die Hersteller hier oft zu abgespeckten Varianten, die immer noch gute Nutzererlebnisse erzeugen, aber mit den modernen Smartphones der höheren Preisklasse nicht mehr mithalten können.

  • Abstriche gibt es sehr oft beim Display, das meistens eine geringere Auflösung bietet. Auch stromfressende Effekte bei der Anzeige, die lediglich das Nutzererlebnis verbessern, werden weggelassen.
  • In puncto Speicher bewegen sich die Handys für harte Ansprüche ebenfalls im Mittelfeld.
  • Wer ein Android Handy wählt, der bekommt nicht immer die neueste Version des kostenfreien Betriebssystems. Manche Geräte laufen gar noch mit Android 7. Die meisten Mobiltelefone bieten jedoch zumindest Android 8 oder Android 9. Ob das mit dem restlichen Equipment und genutzten Apps dann zusammenpasst, sollte man am besten im Vorfeld klären. So vermeidet man frustrierende Überraschungen.
  • Top sind dagegen meist die leistungsstarken Akkus. Wer es ganz richtig machen will, der achtet auf eine zusätzliche Schnellladefunktion.

Damit ist das Outdoor-Smartphone „Militärstandard“ nun wirklich jederzeit einsatzbereit.

Outdoor-Smartphones „Militärstandard“: Eine Modellübersicht

Welche Funktionen für einen selbst wichtig sind, das ist individuell verschieden. Deshalb bieten die Hersteller jedwede Kombination aus Schutzzertifikaten, Leistungsfähigkeit und Funktionen an. Diese Tabelle zeigt die besten Outdoor Handys am Markt.

Vergleich Outdoor-Smartphones Militärstandard
Name Militärstandard Akku Bildschirm Gewicht Kamera
CAT S61 IP69 & MIL-STD-810G 4500 mAh 5,2 Zoll Touchscreen mit 1920 x 1080 Pixeln 250 g 16 MPx
Landrover Explore IP68 & MIL-STD-810G 4000 mAh 5 Zoll Touchscreen mit 1920 x 1080 Pixeln 232 g 16 MPx
Cubot King Kong 3 IP68 6000 mAh 5,5 Zoll Touchscreen mit 1440 x 720 Pixeln 280 g 16 MPx
Blackview BV9600 Pro IP68, IP69k, MIL-STD-810 5580 mAh 6,21 Zoll Touchscreen mit 2248 x 1080 Pixeln 268 g 16 MPx
Quelle: Wikipedia

Preislich ist alles möglich

Wichtig für die letztendliche Entscheidung ist natürlich auch der Preis des Geräts. Und hier sind die Unterschiede gewaltig. Von unter 100 € bis weit über 600 € spannt sich die Bandbreite.

So werden alle Zielgruppen abgedeckt: Diejenigen, die ein Handy für den gelegentlichen Einsatz suchen gleichermaßen, wie diejenigen die es beruflich auf der Baustelle nutzen oder regelmäßig einem Extremsport nachgehen.

Vergleich Outdoor-Smartphones Militärstandard
Name Wasserdicht Akku Bildschirm Gewicht Kamera
CAT S52 IP68 3100 mAh 5,65 Zoll Touchscreen mit 1440 x 720 Pixeln 210 g 12 MPx
Samsung Galaxy Xcover 4s IP68 2800 mAh 5 Zoll Touchscreen mit 1280 x 720 Pixeln 172 g 16 MPx
Sony Xperia XZ2 Compact 2870 mAh 5 Zoll Touchscreen mit 2160 x 1080 Pixeln 168 g 19 MPx
Crosscall Trekker X4 IP68 4400 mAh 5,5 Zoll Touchscreen mit 1920 x 1080 Pixeln 250 g 12 MPx
Blackview BV9700 Pro IP68 4380 mAh 5,84 Zoll Touchscreen mit 2280 x 1080 Pixeln 283 g 16 MPx
Quelle: Wikipedia

Fazit: Das richtige Outdoor-Smartphone zu finden, hängt von den individuellen Kriterien ab

Weil die Outdoor-Handys so unterschiedlich sind, lässt sich im Test nur schwer ein Ranking erstellen. Entscheidungsgrundlage für die persönliche Auswahl sind die eigenen Ansprüche an so ein Gerät. Soll es möglichst lange durchhalten, weil man eine mehrtägige Wandertour plant oder einen beim täglichen Einsatz auf der Baustelle als Diensthandy begleiten?

Werden Körpersensoren benötigt oder sollen eher Umgebungswerte wie Luftdruck oder Temperatur erfasst werden? Sind diese bestimmenden Faktoren geklärt, bietet es sich an, ganz gezielt nach Outdoor-Smartphones zu suchen, die diese Standards erfüllen. Ob es dann eher teuer oder günstig werden darf, das liegt im persönlichen Ermessen. An passenden Angeboten mangelt es mit Sicherheit in keiner Preisklasse.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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