Die fünfte Jahreszeit in Südbaden profitiert von lokal verankertem Handwerk und regionalen Spezialitäten. In Oberkirch konzipiert Wolfgang Ducksch Knetmodelle, schnitzt anschließend detailreiche Holzmasken und versieht sie mit elastischen Bändern und Textilaccessoires. In Freiburg zeichnet und fertigt die Schneiderei Schönberger Häs individuell und liefert diese an Narrenzünfte. Parallel stellt die Bäckerei Paul Schenkeli und Berliner her, während die Löwenbrauerei Elzach im Februar ihr Schuttigbier braut, das Narren besonders schätzen. jährlich neu.
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Maske entsteht acht Stunden Modellierung sowie 24 Stunden Schnitzarbeit

Brauermeister Johannes Dold aus Elzach braut zur Fasnetzeit (Foto: Löwenbrauerei Elzach)
Holzbildhauermeister Wolfgang Ducksch produziert in einer Saison rund 600 originalgroße Fasnachtsmasken. Sein Arbeitsablauf beginnt mit einer achtstündigen Knetphase, in der Modifikationen schnell eingearbeitet werden können. Anschließend erfolgt der präzise Handschnitt aus einem massiven Holzblock. Nach dem Abschleifen trägt Ducksch schichtweise Farbe auf und verleiht der Maske durch Patinierung Charakter. Zum Schluss ergänzt er elastische Bänder, einen originalen Rossschweif und verschleißfeste Hexentuch-Verschlüsse als Komplettmontage. Insgesamt benötigt er pro Maske 24 Stunden.
Freiburgische Häs-Produktion beginnt frühzeitig, um Winteraufträge fristgerecht zu erfüllen
Die Freiburger Schneiderei Schönberger fertigt in den Wintermonaten bis zu dreißig Prozent ihres Jahresvolumens in der Produktion von Häs-Gewändern. Bereits im September beginnen die Schneider mit Entwürfen, Schnittanpassungen, Zuschnitt und Prozessaufbau. Je nach Häs-Modell beansprucht die handwerkliche Ausführung zwischen fünf und über zwölf Stunden Arbeitszeit. Aktuell wurde ein Großauftrag für eine Guggemusik-Formation aus St. Peter im Schwarzwald termingerecht umgesetzt und mit traditioneller Handwerkskunst veredelt und zuverlässig ausgeliefert, ohne Kompromisse, garantiert.
Weniger Plunder- und Feingebäck: Fettgebackenes dominiert vollständig Lörracher Karnevalszeit

Bäckermeister Bernhard Fabian Paul aus Lörrach (Foto: HWK FR/Hubert Gemmert)
Vor Schmutzigem Donnerstag und Fasnachtssamstag informiert die Bäckerei Paul in Lörrach ihre Kunden über Social Media und Aushang am Schaufenster über Verfügbarkeit von Berliner, Schenkeli und Mutzenmandeln. Verkaufsprognosen basieren auf historischen Daten und aktuellen Bestellungen. Die Kommunikation umfasst Hinweise zu Abholzeiten, Sonderpreisen und Mindestbestellmengen. Diese zielgerichteten Marketingmaßnahmen tragen dazu bei, Produktionsmengen effizient zu planen und Engpässe oder Überschüsse bei Fettgebackenem zu verhindern. Kundenzufriedenheitswerte werden nach der Saison ausgewertet und abschließend.
Elzacher Narrenfiguren inspirieren Namen des regional beliebten charakteristischen Schuttigbiers
Das Schuttigbier der Elzacher Löwenbrauerei wird beginnend am Dreikönigstag angesetzt, um mittels sorgfältiger Maische- und Kochverfahren eine optimale Würze zu erhalten. Anschließend erfolgt eine zweiwöchige Gärphase bei kontrollierten Temperaturen, gefolgt von einer sechswöchigen Lagerung zur Geschmacksentwicklung. Im Februar trägt diese saisonale Spezialität mehr als die Hälfte des gesamten Bieroutputs bei. Aufgrund der konstant hohen Nachfrage wünschen Stammkunden eine durchgehende Bereitstellung des Schuttigbiers übers ganze Jahr. Andere Biere bleiben dann weniger gefragt.
Nachhaltige lokale Handwerks- und Genussbetriebe sichern regionale närrische Zukunft
Individuelle Maskenschnitzerei, maßgeschneiderte Häs und regionale kulinarische Spezialitäten sind feste Säulen der Fasnacht in Südbaden. Holzbildhauer fertigen nach ausgiebiger Modellierung detailreiche Masken, Schneider schneiden Häs passgenau zu. Bäckereien intensivieren Produktion von Fettgebackenem wie Berliner und Mutzenmandeln, regionale Brauereien servieren das bekannte Schuttigbier. Dieses kooperative Zusammenwirken sichert hohe Produktqualität, erhält traditionelle Handwerkstechniken und unterstützt lokale Betriebe, während Narren einzigartige und genussvolle Festerlebnisse genießen. Es fördert regionale Identität nachhaltig.

