Selbstheilung im fühlenden IT-System

20.10.2005 | München
Server, die sich krank melden, wenn sie sich nicht wohl fühlen, und lernende Software, die dem CIO Vorschläge unterbreitet, wie er seinen Job sicherer machen kann: Keine Zukunftsträume, sondern konkrete Entwicklungen. Eine erste Stufe der so genannten 'Auto Immune Systems' ist bereits bei Siemens Business Services und Kunden im Einsatz

Wenn IT-Systeme oder -Prozesse ausfallen, kann es teuer werden: Pro Stunde verliert ein Kreditkarten-Unternehmen bis zu 2,5 Millionen Euro, ein Wertpapierhändler gar bis zu 6,5 Millionen Euro. Fällt die IT einer Fluggesellschaft aus, belaufen sich die Schäden etwa durch entgangene Flugbuchungen immerhin noch auf knapp 90.000 Euro pro Stunde.

Um die Systeme gegen Ausfall und Angriffe zu schützen, hat Siemens Business Services intelligente Auto-Immune-Systeme entwickelt, deren erste Stufe jetzt marktreif ist. Zuvor verliefen erste Einsätze bei Siemens oder der Landesbank Rheinland-Pfalz erfolgreich. Die jetzt vorgestellte Lösung besteht aus drei Elementen:

Mit 'Corporate Error Analysis' bekommt der CIO einen vollständigen Überblick über die Lage: Sind seine IT-Systeme sicher? Welches Problem ist wie oft aufgetreten? Wo muss unbedingt nachgebessert werden? Eine Software auf Microsoft-Basis sammelt die notwendigen Informationen und gewichtet sie. Die daraus resultierenden Vorschläge zur Verbesserung kommen postwendend beim CIO auf den Tisch.

'Advanced Patch Management' sorgt für maximale Sicherheit von Servern, PCs und Laptops gegen Angriffe von außen - und verbessert deutlich die Produktivität der Mitarbeiter. Mussten Mitarbeiter bislang beim Aufspielen neuster Software auf ihren Rechner bis zu 30 Minuten pro Update untätig vor dem Rechner ausharren und anschließend noch einen Neustart des PCs durchführen, geht das Update künftig fast unmerklich vonstatten. Die Software wird dann nicht mehr während der Arbeit aktualisiert, sondern wenn der Nutzer den Rechner nicht benötigt und zum Beispiel am Ende des Tages herunterfährt. Und es wird auch nur das aufgespielt, was wirklich notwendig ist. Gingen früher pro Mitarbeiter jährlich unnötig viele Arbeitsstunden wegen der Updates verloren, bringt die neue Lösung einen deutlichen Produktivitätsschub und mehr Sicherheit für Unternehmen.

Bei 'Remote Services' melden Server sich krank, wenn sie sich unwohl fühlen. Ist etwa die Temperatur zu hoch, kein ausreichender Speicherplatz vorhanden oder die Auslastung über einen längeren Zeitpunkt an der Obergrenze, setzt der Server automatisch eine Alarmmeldung an das Siemens-Service-Team ab: der erste Schritt, um wieder gesund zu werden.

"Die heutige Arbeitswelt mit ihren komplexen IT-Systemen erfordert Reaktionen binnen weniger Sekunden", so Neil Allpress, Leiter des weltweiten Geschäfts mit produktnahen Dienstleistungen bei Siemens Business Services. "Wir erhöhen daher kontinuierlich den Automatisierungsgrad unserer IT-Lösungen, um noch schneller zu werden."

Die Entwickler bei Siemens Business Services arbeiten unterdessen mit Hochdruck an der nächsten Stufe autoimmuner Systeme. Maschinen sollen sich mit Hilfe von Software selbst reparieren können und dazu auch Informationen von einem lernenden System beziehen. Die Lösung wird sich dann nicht mehr auf klassische IT-Systeme beschränken: Erste Pilotprojekte sollen bereits im Jahr 2006 beginnen.

Quelle: Pressemeldung Siemens AG

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