Nach Ende der Sonderausstellung
In der Stadtresidenz Landshut lässt sich auch ohne Sonderausstellung immer wieder Neues entdecken: Nach Abbau der Ausstellung "Ewig blühe Bayerns Land - Herzog Ludwig X. und die Renaissance" präsentiert sich die Stadtresidenz den Besuchern wieder in neuer Attraktivität. Denn die umfangreichen Maßnahmen musealer, baulicher und restauratorischer Art der Bayerischen Schlösserverwaltung für die Ausstellung kommen ab sofort der Dauerpräsentation zugute. Im Rahmen der Wiedereinrichtung in den vergangenen Wochen wurden zudem zahlreiche Elemente der Ausstellung in den Besucherrundgang integriert.
An den Adventswochenenden, am 26. und 27. Dezember sowie am 2., 3. und 6. Januar ist der Besuch der Residenzkapelle mit dem restaurierten Altarbild der "Anbetung der Hirten" und der "Anbetung der Könige" des niederländischen, in Rom geschulten Malers Herman Posthumus von 10 bis 16 Uhr kostenfrei.
Festlicher Glanz und anschauliche Didaktik
Auch nach Ende der Sonderausstellung ist die neue Beleuchtung der Deckenmalereien in den italienischen Sälen ein außerordentlicher Gewinn. Durch sie lässt sich der einzigartige Malereizyklus der Renaissance erstmals umfassend bewundern. Auch in der dunklen Jahreszeit ist die Besichtigung der Stadtresidenz damit ein Genuss und festliches Erlebnis. Von der Ausstellung beibehalten wurde auch die didaktische Einführung, die die Hintergründe des Entstehens dieses außergewöhnlichen Palastes - "ein Stück Italien mitten in Niederbayern" - erläutert. Besucher der Stadtresidenz können sich nun vor oder nach der Führung in drei Räumen mittels Filmen über Ludwigs inspirierende Italienreise und über die vorbildlichen Paläste in Mantua und Trient informieren. Das für die Ausstellung angefertigte Modell der Residenz lässt in spielerischer Weise mittels Hinterleuchtung die Bauphasen und Funktionen des Palastes nachvollziehen. Neue Exponate wie der historische Abguss des Grabepitaphs von Johannes Aventin, einer der prägenden Gelehrten am Hof Ludwigs X., als Dauerleihgabe des Bayerischen Nationalmuseums, oder der Abguss der herzoglichen Grabtumba sind hinzugekommen. Für Sonderführungen wurde die Präsentation zur Architektur mit umfangreichem Planmaterial in der Hofküche beibehalten.
Ab März 2010 erweiterte Besichtigungsangebote
Anregungen der Ausstellung aufgreifend, wird es ab März 2010 in der Stadtresidenz auch ein variantenreicheres Besichtigungsangebot geben. Neben den 45-minütigen Residenzführungen im stündlichen Turnus wird Dienstag, Donnerstag und Sonntag, jeweils um 14 Uhr, eine längere Führung angeboten, die die Besichtigung des herzoglichen Appartements im Erdgeschoss einschließt. Jeden dritten Samstag im Monat steht die Residenz zur freien Besichtigung ohne Führung offen. Die für die Ausstellung geschaffenen Infopulte mit ausführlichen Erläuterungen zu den Deckenmalereien bieten den Besuchern Informationen für den individuellen Rundgang.
Großer Erfolg der Sonderausstellung
Die Ausstellung in der Stadtresidenz hatte die Epoche des bayerischen Herzogs Ludwig X. (reg. 1514-1545) und seinen einzigartigen Renaissancepalast zum Thema. Rund 200 internationale Leihgaben veranschaulichten die Kunst am Landshuter Hof im beeindruckenden Rahmen seiner Residenz. 42.000 Besucher sahen von Ende Mai bis Ende September 2009 die einmalige Gesamtschau auf diese bedeutende und zuvor noch kaum beleuchtete Epoche bayerischer Kunstgeschichte und würdigten besonders das Zusammenspiel von Kunstwerken und Raumerlebnis. Rund 1000 Führungen, ein Sonderprogramm für Kinder, die Beteiligung an der Landshuter Kunstnacht und nicht zuletzt die Sonderöffnung von Ludwigs Weinkeller auf der Burg Trausnitz umrahmten das Ereignis. Besucherresonanz und Medienecho waren gleichermaßen lobend. Der Verkauf des Ausstellungskataloges, ein reich bebildertes Standardwerk, das diese spannende Epoche erstmals und umfassend würdigt, war außerordentlich gut.
Mit dieser viel beachteten Ausstellung rückte die Schlösserverwaltung die Stadtresidenz als ein Juwel europäischer Architekturgeschichte ihrer Bedeutung gemäß stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit: Nicht nur die weit angereisten Gäste, auch viele Landshuter staunten über den (wieder)entdeckten "Schatz" im Herzen Landshuts. "Die Residenz ist endlich - und im wahren Sinn des Wortes - ins angemessene Licht ihrer Bedeutung" gerückt, steht beispielweise im Gästebuch zur Ausstellung. Froh ist man auch über die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Landshut, die die Ausstellung im Bereich von Werbung und Öffentlichkeitsarbeit tatkräftig unterstützte.
Stadtresidenz Landshut
Die Stadtresidenz Landshut, erbaut 1536 bis 1543 im Auftrag Herzog Ludwigs X. von Bayern, gilt als der erste Palast im Stil der italienischen Renaissance nördlich der Alpen. Bewusst orientierte sich der Bauherr an den modernsten italienischen Palastbauten, insbesondere dem berühmten, von Giulio Romano entworfenen Palazzo Te in Mantua, der in vielen Elementen direkt zitiert wird. Nicht nur baulich, auch in dem einzigartigen Zyklus humanistischer Ausmalung der Säle zeigt sich der bayerische Herzog als innovativer Renaissancefürst. Zu besichtigen ist auch das einstige Appartement des Pfalzgrafen Wilhelm von Birkenfeld mit seinem erst vor wenigen Jahren freigelegten Schatz seltener klassizistischer Wandtapeten.
Quelle: Pressemeldung Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
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